Vorbereitung auf einen Japan-Aufenthalt

In den vergangenen Jahren fuhren viele Schüler nach Japan, die in unserer Schule Japanisch gelernt haben. Einige von ihnen stellen sich hier kurz vor:

„Ich fahre für 7 Monate nach Beppu an die Ritsumeikan Asia Pacific University und studiere dort BWL/Management.
Zuerst bin ich durch Mangas auf Japan aufmerksam geworden und als ich mich näher mit der Geschichte und vor allem der Kultur auseinander gesetzt habe, wurde ich so neugierig, dass ich das Land und die Sprache unbedingt kennenlernen wollte. Wenn mir dieses Semester in Japan gefällt, möchte ich evtl. meinen Master dort machen.“
(Eva C., Studentin)

„Ich fahre im September 2009 für ein ganzes Jahr nach Japan und mache dort ein FSJ-I in einer Behinderteneinrichtung. Die Einrichtung liegt in Machida, in der Nähe von Tōkyō. Ich bin vor vielen Jahren durch Manga und Anime auf Japan aufmerksam geworden und seitdem kam mir Japan wegen der großen Unterschiede zu allem mir Bekannten immer wie etwas Surreales vor, das mich in vielen Aspekten faszinierte. Umso interessanter ist es nun auch das wahre Japan kennen zu lernen. Und vielleicht weite ich meinen Japanaufenthalt durch ein angehängtes Studium noch ein wenig aus."
(Rebecca E., Abitur 2009)  Mein Japan-Tagebuch

"Ich fahre im September 2009 für 10 Monate nach Japan, wo ich bei einer Gastfamilie wohnen werde und auch auf eine japanische Schule gehe.
Für Japan zu interessieren begann ich mich schon früh, durch Mangas und Animes. Ich begann Referate über Japan zu halten und wurde immer gefesselter von diesem Land.
Als die Option in der 11. Klasse wegzugehen in greifbare Nähe rückte, entschloss ich mich den Schritt zu wagen und nach Japan zu gehen. Es gibt zahlreiche Organisationen, die dies anbieten und mit nicht zu schlechten Noten und einer Schule, in der man 13 Jahre sitzen muss statt 12, steht dem Glück nichts mehr im Wege.
Je nachdem wie es mir in Japan gefällt, werde ich etwas in dieser Richtung studieren und vielleicht sogar später einmal dort leben."
(Arvid S., Schüler)

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Herr Dr. (rer.nat.) Peter Regenfuß (61 J.):

Meine Vortragsreise nach Japan, Juni 2009:

Meine erste Einladung zu einer wissenschaftlichen Konferenz und weiteren Vorträgen in Japan hatte ich im Jahr 2007 erhalten. Einige Wochen vor meiner Abreise wurde ich durch einen Aushang auf die Lotus-Schule von Herrn Dr. Hankó und Frau Fujiwara aufmerksam. Nach einem Unterrichtsblock, in dem ich im Wesentlichen die japanischen Umgangsformen sowie das Begrüßungsvokabular gelernt hatte, war mir klar geworden, dass ich auch nach meiner Konferenzreise den Unterricht fortsetzen würde. Freunde und Kollegen fragen mich oft, wann ich denn meiner Meinung soweit wäre, die Sprache so zu beherrschen, um mit dem Lernen aufhören zu können. Meine Antwort darauf ist stets: „Glücklicherweise nie; aber ich bin sicher, dass ich immer besser werde“.Eine Urlaubsreise nach Japan konnte ich mir bis jetzt aus Zeitmangel noch nicht gönnen, aber die eine oder andere Vortragsreise fällt immer wieder an: Nun, Ende Juni 2009, bin in wieder in Japan, in Kobe, um an einem Kongress teilzunehmen. Es ist noch die feuchte Jahreszeit und ich habe Glück, dass wenigstens am Tag meiner Ankunft die Sonne scheint. Vom 31. Stockwerk des Crowne Plaza Hotels genieße ich einen herrlichen Blick über die Stadt. Davon abgesehen, dass fast keine älteren Häuser zu sehen sind, erinnert nichts an das schwere Erdbeben, das die Stadt 1995 heimsuchte. Obwohl ich wegen der Zeitverschiebung hundemüde bin, willige ich sofort ein, als mir ein Kollege, der bereits einen Tag früher angereist war, vorschlägt, die botanischen Gärten auf dem Mt. Rokko zu besuchen. Von dort ist der Rundblick über die ganze Bucht bis nach Osaka noch viel beindruckender. Am Abend setzt dann der für die Jahreszeit typische Regen ein. Ein warmer, dichter Sommerregen, der uns für den Rest der Woche mit kurzen Unterbrechungen tagsüber begleiten wird. Abends, beim ersten Restaurantbesuch, stellen wir fest, dass selbst junge Leute unser Englisch nicht verstehen. Japanisch ist also angesagt. Ich bin erleichtert, dass ich bereits einige Sätze formulieren kann und schaffe es auch, für meinen Kollegen nach einer Gabel zu fragen. Die Bedienung findet nach längerem Suchen in einer Schublade ein etwa zehn Zentimeter langes Dessertgäbelchen. Nun ist sein Leidensdruck endlich groß genug für ernsthafte Versuche, die langen Nudeln der Suppe mit Stäbchen zu essen; und siehe da, es ist gar nicht so schwierig.
Morgen beginnt leider bereits die Konferenz, die uns vollzeitig in Anspruch nehmen wird. Aber jeden Tag wird es hier und da Gelegenheit geben, kurze Momente des japanischen Alltags zu erleben und immer wieder etwas ratlos vor Hinweisschildern mit vielen unbekannten Kanji-Zeichen zu stehen.
(Fotos: Dr. Regenfuß)